Rasen düngen, kalken, pflegen

Rasen düngen
Rasen düngen – Foto: jarih / depositphotos.com

Es sollte nicht unterschätzt werden, wie viel Pflege ein Rasen braucht. Ein satter, grüner Rasen als Herzstück eines Gartens, mit zwei Quadratmetern gesunden Rasen deckt schon den täglichen Sauerstoffbedarf eines Menschen ab.

Doch der Feind des Rasens sind fehlende Nährstoffe, Moos und Rasenfilz oder auch der falsche pH-Wert. All dies kann dazu führen, dass der Rasen nicht mehr gesund aussieht. Wie Sie Ihren Rasen wieder zur alten Frische zurück verhelfen können, verraten wir Ihnen hier. Wenn es nicht ausreicht, den Rasen zu bewässern und zu mähen, dann gibt es noch die Möglichkeit, den Rasen zu vertikutieren, zu lüften, Kalken und im Anschluss zu Düngen. 

Rasen Vertikutieren

Es kann vorkommen, dass Ihr Rasen weicht, damit andere Pflanzen genug Platz bekommen und sich entfalten können. Die können dann Moosarten oder auch Rasenfilze sein, die dem grünen Teppich den Platz streitig machen. Gerade bei Nässe oder auch schattige Plätze bevorzugen diese Pflanzen und so wachsen diese ungehindert. Damit Sie dieses vermeiden können, empfehlen Ihnen, den Rasen zu vertikutieren. 

Der Rasenmäher hat die Aufgabe, Ihren Rasen zu kürzen. Der Vertikutierer wiederum, schafft es, in den Boden einzudringen und die unerwünschten Pflanzenreste zu entfernen. Er geht dabei jedoch nur wenige Millimeter in den Boden. Der Rasen wir dabei nicht beschäftigt. Damit Sie ein optimales Ergebnis erzielen können, sollte das Gras vor dem Vertikutieren auf etwa 4 bis 6 cm gekürzt und ein Moos- und Unkrautvernichter verwendet werden. Dabei haben Sie noch einen großen Vorteil, denn die Luftzufuhr und der Rasenwachstum wird gefördert. Somit bekommt Ihr Rasen wieder den Sauerstoff und auch die Nährstoffe, die er benötigt.

Es ist wichtig, auf den richtigen Zeitpunkt zu achten und auch auf die Vorbereitung sorgfältig zu achten. Den Vertikutierer können Sie grundsätzlich von April bis September einsetzen. Möchten Sie Ihren Rasen jedoch im Sommer intensiv nutzen, dann ist es sinnvoll, diesem im Frühling oder Spätsommer zusätzlich zu pflegen. Nach dem Vertikutieren ist es wichtig, den Rasen ein paar Wochen zu schonen. 

Schon im Frühjahr beginnt die richtige Rasenpflege mit dem Düngen. Den richtigen Zeitpunkt erkennen Sie anhand der Nazissenblüte. Daran können Sie sich sehr gut orientieren. Blühen diese vollständig auf, dann beginnt auch Ihr Rasen zu wachsen. Zu dieser Zeit ist er in der Lage, die Nährstoffe besonders gut aufzunehmen und zu verwerten. Anschließend sollte der Rasen wieder auf Normalhöhe (etwa 4 Zentimeter) abgemäht werden. Zwei Wochen später muss der Rasen erneut gemäht werden und dann ist auch der richtige Zeitpunkt zum Vertikutieren gekommen. 

Wann und wie den Rasen richtig vertikutieren

Mithilfe dieser neun Tipps wird es kein Problem mehr dar stellen, Ihren Rasen zu vertikutieren:

  • Sie sollten nur die trockenen Rasenflächen mit dem Vertikutierer bearbeiten und mit der Bewässerung warten, bis Sie vertikutiert haben.
  • Stellen Sie die Vertikutierhöhe vorab auf die richtige Größe ein. Die Grasnarbe darf dabei maximal auf zwei bis drei Millimeter eingeritzt werden.
  • Mähen Sie den Rasen vor dem Vertikutieren. Die optimale Höhe ist dabei zwei Zentimeter. Damit das Ergebnis perfekt wird, sollten Sie an dieser Stelle auch die Rasenkanten schneiden.
  • Um eine zu starke Schädigung der Grasnarbe zu vermeiden, sollten Sie den Vertikutierer schnell über die Rasenfläche bewegen.
  • Zuerst sollte das Gerät in die Längs- und anschließend in die Querbahnen über die Fläche bewegt werden.
  • Wenn ein Richtungswechsel bevorsteht, muss der Führungsholm des Vertikutierers nach unten gedrückt werden. Nur so werden sich dann auch die Schneidemesser in der Luft befinden.
  • Sähen Sie nach dem Vertikutieren kahle Stellen direkt mit neuen Samen nach.
  • Hacken Sie im Anschluss gelockerten Rasenfilz gründlich ab.
  • Ist das Vertikutieren erledigt, sollten Sie im idealen Fall eine etwa zwei Zentimeter dicke Schicht Bausand auf dem Rasen verteilen, denn nur so ist es möglich, den Lufthaushalt des Bodens zu verbessern. Wenn Sie Ihren Rasen düngen möchten, sollten Sie dies auch erst nach dem Vertikutieren machen.

Womit sollten Sie Ihren Rasen vertikutieren?

Es eignen sich zum vertikutieren am besten elektrische Vertikutierer. Möchten Sie Ihren Rasen jedoch auf klassische Art und Weise pflegen, dann können Sie dieses auch mit einer Eisenharke, die sehr starke Zinken aufweist und mit der Sie gut Laubreste und Moos entfernen können.

Rasen lüften und kalken

Das Lüften Ihres Rasens sollte bei der Rasenpflege ein fester Bestandteil sein. Dieses hat gleich zwei Vorteile, denn Sie entfernen somit auf der Oberfläche die anfallenden Verfilzungen aus Mood und Unkraut und Sie schaffen somit eine optimale Versorgung des Rasens mit Nähr- und Sauerstoff. Dadurch kann der Rasen dann gut wachsen. 

Wozu den Rasen lüften?

Belüften Sie Ihren Rasen, geht es dabei um zwei Dinge: Die Verfilzungen auf der Grasbarbe wird entfernt. Diese besteht meistens aus Moosen, abgestorbenen Gräsern und Unkraut. Der Rasen bekommt aufgrund des Filzes weniger Licht und Sauerstoff und er verhindert, dass das Regenwasser den Boden richtig bewässern kann. Dieses sind optimale Bedingungen für das Wachstum von Moos und Pilzen, doch leider nicht für den Rasen. 

Andererseits werden dabei die Verdichtungen des Bodens gelockert und dadurch kann der Regen wieder gut in den Boden fließen und auch zu den Wurzeln vordringen. Außerdem beugen Sie somit einer Staunässe vor, die Pflanzen überwiegend nicht mögen. Bildet Ihr Rasen Pfützen nach dem Regen, dann ist dies ein sehr deutliches Zeichen dafür, dass Ihren Rasen dringend lüften müssen. Um eine optimale Bewässerung zu gewährleisten, müssen Sie Ihren Rasen demnach regelmäßig lüften. 

Wie oft Sie diesen belüften müssen, ist abhängig von der Dichte des Bodens. Rasenflächen die viel betreten werden, sind stärker verdichtet, denn die Grasnarbe und der Boden werden regelmäßig plattgetreten. Solch starke Rasenflächen sollten daher im Schnitt alle ein bis zwei Monate gelüftet werden. Einen Zierrasen hingegen, der kaum bis gar nicht betreten wird, kommt mit einer Lüftungskur im Jahr gut hin. Grundsätzlich gilt zum Saisonstart im Frühjahr sollte ein Rasen grundsätzlich gelüftet werden, denn dadurch wird dieser belebt und die auf die Wachstumsphase zwischen März und Oktober vorberietet.

Die richtigen Geräte

Zunächst einmal hört es sich wahnsinnig kompliziert an, den Rasen und Boden gelüftet zu bekommen. Dabei ist dies mit dem richtigen Equipment nicht schwer, damit Ihr Rasen wieder durchatmen kann. Es gibt auf dem Markt viele Geräte wie einen Handvertikutierer, Rasenlüfter Schuhe oder auch motorisierte Geräte, die Ihnen dabei zuverlässig helfen, den Rasen zu lüften.

Den Rasen kalken gegen saure Erde

Die Erde zu kalken verhindert, dass sich auf Ihrem Rasen weiterhin Moos ausbreiten kann. Doch Sie sollten acht geben, denn nicht jeder Rasen braucht Kalk. Machen Sie in jedem Fall vorab einen pH-Test, denn nur so können Sie feststellen, ob Ihr Boden eine Kalkkur nötig hat oder nicht. Jeder gute Gartenfachhandel hat diese Tests. Damit Sie ein möglichst genaues Ergebnis erhalten, empfiehlt es sich, diese Bodenproben an unterschiedlichen Stellen auf Ihrem Rasen zu entnehmen.

Dafür sollten Sie fünf bis zehn Zentimeter in die Erde gehen und dort dann die Proben entnehmen. Vermischen Sie im Anschluss alle Problem miteinander und gießen die Erde dann mit destilliertem Wasser auf. Danach können Sie dann den pH-Test machen. Weißt die Erde einen niedrigen pH-Wert auf, dann ist das Wachstum des Rasens vermindert. 

Die Grenzen der pH-Werte sind abhängig von der Bodenart unterschiedlich. Ist der Untergrund vor allem sandig, dann sollte der Wert nicht unter 5,5 liegen, bei Lehmböden nicht unter 6,5. Um den pH-Wert wieder auszugleichen, bietet sich kohlensaurer Kalk an. Dieser wird auch „Gartenkalk“ genannt.

Rasen düngen – Was gilt es zu beachten?

Es ist einem Rasen nicht möglich, alle benötigten Nährstoffe aus dem Boden zu ziehen. Damit er auch wachsen kann, können Sie diesen mit Dünger unterstützen. Ist der Rasen gesund, braucht dieser höchstens zwei Mal im Jahr Dünger. Doch sollte Ihr Rasen Mangelerscheinungen aufweisen, wie Ratspitzen, dann sollten Sie diesen auch noch ein drittes mal Düngen.

Es ist wichtig darauf zu achten, dass der Dünger Stickstoff, Phosphor und Kalium enthält. Wenn der Rasen gedüngt ist, sollte darauf geachtet werden, dass dieser ausreichend bewässert wird. Denn nur dann kann der Dünger auch die Graswurzeln erreichen.

Rasen düngen – Wann?

Der optimale Zeitpunkt, um einen Rasen zu düngen, ist im Frühjahr und im Herbst. Sollte es näötig sein, kann dies auch noch einmal im Sommer gemacht werden. Die unterschiedlichen Zeitpunkte haben auch unterschiedliche Funktionen und sollte aus diesem Grund auch unterschiedlich angegangen werden. Ein wichtiges Kriterium ist, dass Sie mit dem Rasen und nicht gegen ihn arbeiten sollten.

Die richtige Pflege des Rasens beginnt im Frühjahr. Nachdem der Rasen das erste Mal gemäht  und vertikutiert wurde, sollte er gedüngt werden. Durch das Vertikutieren wird der Rasen auch zeitgleich gelüftet. Den richtigen Zeitpunkt für die Düngung Ihres Rasens ermitteln Sie mit der Wärme-Summer-Methode. Dazu addieren Sie alle durchschnittlichen Tagestemperaturen vom Januar zusammen. Ist dabei die Marke von 150°C erreicht, können Sie Ihren Rasen düngen.

Demnach sehen Sie, die richtige Rasenpflege hat auch immer etwas mit Mathematik zu tun. Mithilfe der Düngung im Frühling geht es überwiegend darum, den Rasen zum Wachsen anzuregen und gegen Unkraut und Schädlinge vorzugehen. Der richtige Zeitpunkt im Sommer für die Düngung ist zwischen Juni und Juli. Doch Sie sollten auch bedenken, dass ein langsam wachsender Rasen, wie auch die Moosbildung einen sauren Boden zur Ursache haben können. Kalken Sie in diesen Fall den Rasen. 

Im Herbst sollten Sie den Boden düngen, bevor die Temperaturen unter 9°C rutschen. Wenn es zu kalt ist, dann erschwert dies die Rasenpflege, denn der Rasen kann den Dünger dann nicht mehr aufnehmen. Der Dünger im Herbst soll dem Rasen helfen, neue Kraftreserven zu bilden. 

Rasen mähen

Die Frage, die vermutlich jeden Gärtner beschäftigt, wann ist der richtige Zeitpunkt gekommen, um den Rasen zu mähen. Den Rasen zu pflegen und zu mähen ist eine Daueraufgabe, denn so lange dieser wächst, muss und sollte er auch gemäht werden. Zum ersten Mal mähen sollten Sie Ihren Rasen im Frühjahr (März, spätestens im April). Danach kommt die Ein-Drittel-Regel zum tragen: Sie sollten Ihren Rasen mähen, wenn er maximal ein Drittel über der empfohlenen Länge steht. Nehmen wir einmal ein Gebrauchsrasen als Beispiel, dann ist die empfohlene Länge vier Zentimeter. Der Rasen sollte also spätestens gemäht werden, wenn er eine Länge von sechs Zentimeter erreicht hat.

Womit sollte der Rasen gemäht werden? Den perfekten Rasenmäher gibt es nicht. Doch es kommt auch auf Ihre Situation an. Ein elektrischer Rasenmäher gehört zum Fuhrpark von fast jedem Gärtner. Doch sollte Ihr Grundstück und die Rasenfäche sehr groß sein, dann kann ein Sitzrasenmäher eine deutliche Entlastung bringen. Es gibt auch Modelle, die eine Lüfterfunktion haben. Akkubetriebene Rasenkantenschneider oder auch Trimmer sind für Rasenkanten eine sehr gute Lösung.

Wissenswertes zum Rasen mähen

  • Sie sollten immer mit scharfen Messer arbeiten, denn ein stumpfes Messer reißt Ihnen die Grasspitzen ab. Dies hat zur Folge, dass die Nährstoffe verloren gehen und der Rasen dadurch vergilbt.
  • Sie sollten einen hochgewachsenen Rasen nicht direkt kurz schneiden. Es ist empfehlenswert, sich lieber Stück für Stück zur empfohlenen Länge vorzuarbeiten.
  • Sie können das abgemähte Gras nach dem Mähen auf dem Rasen verteilen. Damit lässt sich der Rasen auch pflegen und dient als Dünger und schützt davor, dass der Rasen austrocknet. Allerdings sollten Sie im Herbst und Winter dieses dann entfernen.

Rasenkanten trimmen – So bekommen Sie saubere Übergänge

Haben Sie Ihren Rasen erst einmal schön gepflegt, dann möchte Sie dies auch beibehalten und es soll sich auch ins Gesamtbild des Gartens einfügen. Mit dem Rasenkantenschneider können Sie Übergänge von den Beeten zur Terrasse oder den Gartenwegen entfernen. Diese Schneider arbeiten mit einer scharfen Klinge, die entlang des Randes geführt wird. Diese Grasscheren, Rasenscheren, Rasenkantenstecher, Rasenkantentrimmer und Rasenkantenschneide gibt es mit Benzin- oder auch Akkubetrieb. 

In wenigen, einfachen Schritten haben Sie schnell Ihre Rasenkanten mithilfe der Geräte gekürzt. Schneiden Sie Ihre Rasenkanten in regelmäßigen Abständen, können Sie zuverlässig verhindern, dass Wurzeln der Gräser langfristig über die Kante wuchern.